Sehtests in Palmasola: Bericht aus Boliviens größter Gefängnisstadt
Palmasola liegt rund 10 Kilometer südlich des Stadtzentrums von Santa Cruz de la Sierra in Bolivien. Die Anlage gilt als „Gefängnisstadt“: Hinter den Mauern existiert ein eigener Alltag mit internen Strukturen und einer deutlichen Trennung der Bereiche (u. a. Männer-/Frauenbereiche sowie Hochsicherheitsbereiche). Viele Menschen warten teils lange auf ein Gerichtsverfahren.
In dieser besonderen Umgebung hat unser bolivianischer Projektpartner Lentes al Instante/GoodVision Bolivia eine Augenkampagne umgesetzt. Ziel war es, Menschen, die im Gefängnis leben, einen Sehtest zu ermöglichen und bei Bedarf mit Brillen zu versorgen.

Palmasola: Ein Ort mit eigener Ordnung
Die Augenkampagne: Sehtests unter besonderen Bedingungen
Der Zugang erfolgt über mehrere Kontrollpunkte. Vor Ort werden die Sehtests in einem abgetrennten Bereich durchgeführt. Schon vor Beginn warten zahlreiche Menschen. Das Team arbeitet wie bei anderen Kampagnen zügig und strukturiert.
Ergebnis des Tages: Das Team untersucht mehr als 100 Personen und gibt einige Brillen aus. Viele der untersuchten Männer sind älter und benötigten vor allem Lesebrillen. Die Brillen werden im Rahmen der Aktion kostenlos abgegeben.

Harold (51) hat das Schreinerhandwerk im Gefängnis gelernt. Im Rahmen der Kampagne erhält er eine Brille. Damit kann er seine Arbeit präziser und sicherer ausüben – ein praktischer Effekt, der im Alltag sofort spürbar ist.

Ich habe schon einige bedrückende Orte auf der Welt gesehen, an denen Hoffnungslosigkeit regiert – die Gefängnisstadt Palmasola in Bolivien ist einer davon.





