Trainer aus Ruanda
Trainer Pherouse aus Ruanda | © Marianne Dötzer, 2014

Trainer aus Ruanda

Pherouse, EinDollarBrille-Optiker aus Ruanda, reiste als Trainer nach Benin. Es war eine Reise mit Hindernissen. Der Flug von Kigali nach Lagos klappte noch, aber der Weiterflug von Lagos nach Cotonou war nur noch Chaos. Die Airline mit der Pherouse weiterfliegen sollte, existierte nicht mehr, sie war pleitegegangen. Er versuchte einen Ersatz für den bereits bezahlten Flug zu bekommen. Das zog sich hin. Nach zwei Tagen saß der Arme immer noch im Flughafen. Na ja, dachten wir, so groß kann das Problem nicht sein. Ein Bekannter, der sehr gute Kontakte zur Polizei und zum Zoll am Flughafen in Lagos hat, fuhr hin, um ihn abzuholen. Pech, Pherouse durfte den Flughafen nicht verlassen, da er kein Transitvisum besaß. Dieses Visum kann nur in der Hauptstadt Abuja beantragt werden in 520 km Entfernung. Aber wie soll er dort hinkommen, wenn er den Flughafen nicht verlassen darf? Die beste Lösung war, ein neues Flugticket von Lagos nach Cotonou (106 Km) zu kaufen ...

Marianne erzählt: „Sein Flugzeug landete pünktlich um 21 Uhr. Ich wartetet am Flughafen. Und wartete. Mein Arm, der das handgeschriebene Namensschild hochhielt, wurde schwer. Irgendwann kamen keine Fluggäste mehr, dafür klingelte mein Handy."

„Marianne wo bist du?“

„Ich stehe direkt am Eingang.“

„Wo am Eingang?“

„Es gibt nur eine Flügeltüre und da siehst du zwei weiße Frauen mit silbernen Haaren stehen.“

„Nein, da sind keine weißen Frauen.“

„Das gibt es doch nicht. Schau dich mal um, vielleicht stehst du an einer Türe, die nicht zum Ausgang führt.“

„Es gibt nur diese und da steht irgendwas mit Lomé City.“

„Pherouse, sag bitte nicht, dass du in Lomé ausgestiegen bist!“

„Pardon, es sieht so aus, ich wusste nicht, dass der Flug zuerst nach Lomé und dann nach Cotonou geht. Es hat mir beim Einchecken niemand gesagt.“

„Na, dann richte dich bitte auf eine Nacht im Flughafen ein, denn in der Dunkelheit ist die Straße von Cotonou nach Lomé unsicher und gefährlich. Wir holen dich morgen ab.“

Pherouse kam 4 Tage später und völlig übermüdet, in Cotonou an.